Mein Gefrierschrank ist voll. Ich kaufe gefrorene Ware, ich friere Speisen ein, weil Zuviel davon da war. Ich habe meinen Platz für Ingwer und Eiswürfel. Speiseeis darf natürlich auch nicht fehlen. Zeit sich dem Thema professioneller zu widmen.

Einfrieren oder Tiefkühlen konserviert wasserhaltige Lebensmittel. Dabei gilt es das Tiefkühlgut möglichst schnell zu frieren, um die Kristalle die das gefrierende Wasser bildet möglichst klein zu halten. Tiefgekühlt wird bei mindestens -18°C. Mikroorganismen in den Lebensmitteln verlangsamen ihr Wachstum, oder werden vollends gestoppt. Die Bildung von Eiskristallen zerstört Zellgewebe – und dieses ist durch Auftauen nicht wieder herzustellen. Es gilt je langsamer der Gefriervorgang desto größer die Eiskristalle und je größer die Eiskristalle, desto mehr Zerstörung.

Profis aus der Lebensmittelindustrie lassen die Produkte natürlich superschnell gefrieren, sie verwenden dazu verschiedene Methoden „Gefrieren in Kaltluft“, „Kryogene Verfahren“ und „Kontaktgefrieren“. Wenn du mehr dazu erfahren möchtest, kannst du hier unter Schockfrosten nachschlagen, für mich heißt es, dass gefrorene Lebensmittel aus dem Supermarkt wie Gemüse, Fisch, Beeren, etc. optimiert eingefroren wurden, und daher gut zu lagern sind. Also diese Lebensmittel dürfen im Gefrierschrank bleiben.

Andere Lebensmittel sind aber nur bedingt oder gar nicht einzufrieren. Hier eine – nicht vollständige Liste – für nicht einzufrierende Lebensmittel:

  • Milchprodukte – durch einfrieren wird die Struktur verändert; beim Auftauen können Milchprodukte bröckelig werden. Ich friere immer vor dem Urlaub einen halben Liter Supermarkt Milch ein, um für den ersten Frühstückskaffee zu Hause gerüstet zu sein, das funktioniert, die Milch schmeckt allerdings wässrig.
  • Bestimmtes Obst – wie Banane, Äpfel, Kirschen, Pflaumen, Trauben, Papaya, etc. werden matschig. Viele Obstsorten kann man einkochen oder einlegen, das garantiert eine geschmacklich bessere Haltbarkeit.
  • Blattsalat – wird einfach nur grauslich welk.
  • Bestimmtes Gemüse – Radieschen, Rettich, Tomaten, Knoblauch, etc. verändern ihren Geschmack. Ich friere Chili ein, funktioniert gut. Ich friere auch Ingwer ein – funktioniert, allerdings vor dem Einfrieren unbedingt portionieren und er verliert eindeutig an Intensität.
  • Wein – verändert den Geschmack, ist also ein no go.

Nun weiß ich was ich einfrieren kann bzw. was nicht. Aber auf was sollte man noch beim Kauf eines Gerätes achten?

-Energieklasse: es gibt A+++ bis G. A+++ ist die beste Energieklasse. Der jeweilige Stromverbrauch ist vom Volumen des Gefrierschranks oder der Tiefkühltruhe abhängig. Informationen dazu findest du auf dem sogenannten Energielabel.

-No-Frost: Viele moderne Geräte sind mit No-Frost ausgestattet. Kühlschränke mit No-Frost haben die Kühllamellen in einem abgetrennten Bereich. Während der Kühlphase wird kalte Luft durch den Kühlraum zirkuliert um in einem Kreislauf wieder in das Kühlteil einzutreten. Durch die Luftzirkulation und das Einblasen kalter Luft, wird die Feuchtigkeit auf den Kühllamellen (Verdampfer) abgelegt. Die Lamellen werden in bestimmten Intervallen durch eine Heizung von der Eisschicht befreit, das daraus entstehende Wasser wird in den Verdunstungsbehälter abgeleitet. Diese Zirkulation bewirkt dass die Luftfeuchtigkeit im Kühlschrank geringer wird, und daher weniger „Frost“ entsteht.

-Eingefrierautomatik: Wichtig ist das schnelle Einfrieren von Produkten. Verschiedene Hersteller (AEG, Bosch, Electrolux, Neff, Siemens, Zanussi,…) bieten Eingefrierautomatik an. Dabei wird nach dem Öffnen des Gefrierschrankes – und der Einlagerung neuer Lebensmittel – ein erhöhter Kälteschub verursacht, dies hat mehrere Effekte: Einerseits taut die eindringende warme Luft kein bereits eingefrorenes Gut an, und andererseits werden die neu eingelagerten Lebensmittel schnell gefroren. Ist die nötige Frosttemperatur erreicht, wird wieder auf den normalen und sparsameren Modus zurückgekehrt. Ein solches Gerät mit Eingefrierautomatik ist der Bosch GSN29VW30 mit nur 42dB.

-Lautstärke: viele Küchen sind heutzutage offen zu deinem Essplatz oder deinem Wohnzimmer. Das Kühlgerät ist ein Gerät das (hoffentlich) immer läuft. Achte darauf wie laut oder leise die einzelnen Geräte sind. Hier einige Lautstärken Vergleiche (Laustärke wird in Dezibel= dB gemessen): Hörschwelle 0 dB, tropfender Wasserhahn 20 dB, Flüstern 37 dB, Menschliche Stimme 50-60 dB, angeregtes Gespräch 65 dB, PKW 80 dB, Kreissäge 100 dB, Disco 110 dB (Quelle: planet-wissen/Lautstärke)

-Größe: als Daumenregel gilt ca. 50l Nutzinhalt pro Person im Haushalt. Wenn Sie aber Jäger oder Gemüsegärtner sind, kann das notwendige Volumen auf bis zu 120l Nutzinhalt pro Person ansteigen.

-Stelle dein Gefriergerät an einer möglichst kühlen Stelle auf. Ca. 5% weniger Außentemperatur bewirken eine Energieersparnis von ca. 20%. Das ist viel.[/hoot_li] [/hoot_list]Wichtig ist auch, dass die Haltbarkeit der selbst eingefrorenen Lebensmittel nicht ewig ist. So sind Backwaren und Selbstgekochtes ca. 1 – 3 Monate gefroren haltbar. Gemüse, Kräuter, Fleisch und Fisch ca. 3 -5 Monate. Für von der Lebensmittelindustrie eingefrorenes gilt selbstverständlich das Ablaufdatum auf der Packung.

Abschließend möchte ich Dir noch einige Tipps auf den Gefrierweg mitgeben

-Auch wenn du ein No-Frost Gerät hast, bildet sich mit der Zeit eine Reifeschicht, v.a. durch auf und zumachen deines Gefrierschrankes. Taue dein Gefriergerät regelmäßig ab. Bei einer ca. 5 mm Reifeschicht steigt dein Energieverbrauch um ca. 30%.

-Selbstgemachte fertige Speisen verändern auch den Geschmack durch Zellveränderung. Teste welche deiner Lieblingsspeisen gut einzufrieren sind und welche nicht.

-Kennzeichne deine selbstgemachten Speisen mit Einfrierdatum und Inhalt  – ich verwende dazu Klebeetiketten. Dies hilft dir den Überblick zu behalten und dein Gefriergut nicht länger als 3 Monate im Schrank zu lassen.
 
Für mich gilt jetzt, vor dem Gefrierschrank auf die Knie gehen, Gefriergut sortieren und falls notwendig wegwerfen. Und den Gefrierschrank abtauen. Dafür kann ich diese Plastikwanne empfehlen. Sie geht unter jeden Gefrierschrank, fasst 15l und hat eine Ausgussnase.  Vergiss  nicht die Ablaufnase – vom Hersteller sicher mitgeliefert – zu montieren, oder falls nicht mehr vorhanden ein Stück Gartenschlauch zu befestigen, sodass das abzulaufende Wasser nicht in deinem Kasterl sondern in der Wanne landet.
Und dann kann ich mich wieder an den schöneren Teil heranwagen. Hier noch einige Rezepte zum Auf Vorrat kochen und Einfrieren.

Brauchst du Tipps zum Kühlgerätekauf, dann lies auch den Artikel Kühlschrank kaputt. Was nun? Und zwar schnell!

Viel Erfolg beim richtig frieren, wünscht dir
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